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Die Zwiebel – nicht nur schmackhafte Küchenzutat sondern auch natürliches Antibiotikum und Heilpflanze

Sie schätzen die Zwiebel bis dato vor allem als Würzmittel für Speisen? Dann tun Sie dem Gemüse unrecht. Denn sie zeichnet sich neben ihrer antibakteriellen Wirkung durch ihren hohen Vitamin- und Ballaststoffgehalt aus. Machen Sie sich daher die Zwiebel nicht nur als Küchenzutat zu Nutze!

Die Zwiebel gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit.

Schon der griechische Arzt Hippokrates, dessen Eid bis heute für die Ärzteschaft gültig ist, verwendete um 400 vor Christus Zwiebelsalben zur Behandlung von vereiterten Wunden. Im Mittelalter pflanzten Mönche die Zwiebel in ihren Klostergärten an, und seither wird sie als Heilpflanze bis in die Neuzeit verwendet. Die heutige Wissenschaft bestätigt die Wirksamkeit der Zwiebel: Die Kommission E, die vom früheren Bundesgesundheitsamt zur wissenschaftlichen Prüfung von Heilpflanzen eingesetzt wurde, bescheinigte der Zwiebel eine Wirkung bei Appetitlosigkeit und vorbeugend einen Schutz vor altersbedingten Gefäßveränderungen wie z. B. einem Verlust der Gefäßwandelastizität.

Jeder Deutsche verzehrt im Jahr ca. sieben Kilogramm Zwiebeln. „Zwiebel“ heißt übrigens die ganze Pflanze, also inkl. des Grüns. Genutzt wird aber meist nur die eigentliche Zwiebel. Es gibt Sommer- und Winterzwiebeln. Sommerzwiebeln sind sehr viel schärfer als Winterzwieblen.

Die Inhaltsstoffe machen die Zwiebel zum heilsamen Multitalent.

Die Zwiebel enthält eine ganze Reihe bioaktive Substanzen, die für ihre Wirksamkeit sorgen. Allen voran stehen die schwefelhaltigen Verbindungen. Die bedeutendste schwefelhaltige Verbindung der Zwiebel ist die zunächst geruch- und wirkungslose Substanz Alliin. Erst wenn Sie frische Zwiebeln aufschneiden, entsteht durch die Verbindung mit dem Sauerstoff und einem Enzym schwefelhaltige ätherische Öle. Diese haben die Ihnen sicher gut bekannte Reizwirkung, die Ihnen beim Zwiebelschneiden die Tränen in die Augen treibt. Die Schwefelverbindungen sowie der Inhaltsstoff Quercetin sind es auch, die für die viren- und bakterienhemmende Wirkung der Zwiebel verantwortlich sind. Außerdem stimulieren sie das Immunsystem. Zudem enthalten Zwiebeln zahlreiche Ballaststoffe und sind eine wertvolle Quelle für Vitamin B, C sowie Folsäure und Eisen.

Das sind die gesundheitlichen Wirkungen der Zwiebel:

  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • schmerzstillend
  • entschlackend
  • stimuliert das Immunsystem
  • verdauungsfördernd
  • blutverdünnend

Die heilsamen Zwiebelwirkungen von A bis Z

Bluthochdruck lindern
Das in dem scharfen Gemüse enthaltene Quercetin verhilft Hypertonikern (Menschen mit Bluthochdruck) zu deutlich niedrigerem Blutdruck. In einer Studie nahmen die Teilnehmer täglich für einen Monat 730 mg Quercetin. Bei den Probanden sank der systolische Blutdruck signifikant.
Mein Tipp: Den größten Herz-Nutzen haben rohe Zwiebeln. Probieren Sie doch mal den folgenden „Blutdruck“-Cocktail: Entsaften Sie drei kleine Zwiebeln, drei Knoblauchzehen, 30 Karotten, zwei Äpfel, fünf Esslöffel Olivenöl oder Leinsamenöl. Trinken Sie davon täglich drei mal ein Glas.

Blutverdünnung fördern
Die Wirkstoffe der Zwiebel bewirken, dass die Gerinnungsfähigkeit des Blutes abnimmt. D. h., Zwiebeln verdünnen das Blut. Zusätzlich senkt das Wundermittel die Cholesterinwerte. Durch die beschriebenen Wirkungen können sie daher das Risiko eines Herzinfarkts- oder Schlaganfalls verringern. Um sich die Gefäßwirkung der Zwiebel zunutze zu machen, muss eine langfristige Einnahme erfolgen. Amerikanische Wissenschaftler stellten fest: Sie sollten mindestens 500 g rohe oder leicht gedünstete Zwiebeln pro Woche verspeisen, um Ihr Herz und Ihre Gefäße zu schützen.
Mein Tipp: Am praktischsten und einfachsten schützen Sie Ihre Gefäße durch die Einnahme von Zwiebelsaft, den Sie im Reformhaus oder in der Apotheke fertig kaufen können.

Furunkel in den Griff bekommen
Erwärmen Sie den Brei einer Zwiebel und bestreichen Sie den Furunkel mit dem Brei. Legen Sie darüber einen Verband und lassen Sie ihn ungefähr 20 Minuten liegen. Die Zwiebelauflage bewirkt, dass das Geschwür aufbricht und sich der Eiter entleeren kann.

Grippe bekämpfen
Zwiebeln haben eine stark antibakterielle Wirkung und wirken Infektionen wie Grippe vor. Kochen Sie sich bei einer Erkältung einen Zwiebeltee auf und trinken Sie davon täglich zwei Tassen, bis Sie wieder erkältungsfrei sind. Geben Sie eine dick abgeschnittene Zwiebelscheibe in einen Topf mit zwei Tassen Wasser. Kochen Sie das Wasser auf und rühren Sie einen Teelöffel Cayennepfeffer dazu. Lassen Sie den Sud fünf Minuten ziehen und seihen sie alles durch ein Sieb ab. Trinken Sie den Zwiebelsaft noch heiß vor dem Schlafengehen.

Haarwuchs ankurbeln
Zwiebelextrakt aus rotem Zwiebelsaft soll laut einer irakischen Studie eine haarwuchsfördernde Wirkung haben. Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen unterteilt: Die eine Hälfte trug zweimal täglich Zwiebelsaft auf die Kopfhaut auf, die andere Hälfte tat das Gleiche mit Leitungswasser. Bei der „Zwiebelgruppe“ spross nach zwei Wochen erstmals das Haar.

Hustenreiz lindern
Hacken Sie eine Zwiebel ganz fein und kochen Sie sie für zwei Minuten in Wasser auf. Dann lassen Sie den Zwiebelsud etwas abkühlen und atmen danach die aufsteigenden Dämpfe in einer Schüssel für fünf bis zehn Minuten ein. Die Dämpfe lindern den Husten und beschleunigen die Heilung.

Ohrenschmerzen bekämpfen
Schälen Sie zwei Zwiebeln und hacken Sie das Zwiebelfleisch sehr fein. Zerdrücken Sie die Würfel zusätzlich mit einer Gabel. Schlagen Sie den Brei in zwei dünne Baumwolltücher (z. B. Taschentücher aus Baumwolle) ein. Legen Sie die Zwiebelkompressen auf die Ohren und befestigen Sie sie mit einem Schal. Setzen Sie dann zur Erwärmung eine Mütze auf. Die Kompresse sollte 15 Minuten liegen bleiben.

Prostata schützen
Männer, die viermal die Woche Zwiebeln in größeren Mengen essen, haben ein 59 % geringeres Risiko, Probleme mit einer vergrößerten Prostata zu bekommen.

Verdauung fördern
Zwiebeln bewirken, dass mehr Magensaft produziert wird, und unterstützen Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse in deren Funktion. Dadurch wird Schwerverdauliches besser verträglich.

Verstauchungen lindern
Was sich wie ein leckeres Küchenrezept anhört, lindert in Wahrheit Ihre Schmerzen von außen! Zerstampfen Sie einige frische Oliven mit etwas Salz und klein geschnittenen Zwiebeln und streichen Sie diese Mischung auf Ihre schmerzende Hautstelle. Verbinden Sie das Ganze mit einem Verband, den Sie fixieren und lassen Sie das Gemisch am besten über Nacht einwirken.

Wespenstiche mildern
Schneiden Sie sofort eine Zwiebel auf, reiben Sie leicht über die Stelle und legen Sie dann die Zwiebelhälfte auf die Einstichstelle. Das Gemüse wirkt durch die enthaltenen Schwefelöle entzündungshemmend und lindert die Beschwerden.

Mein Fazit für Sie:

Nutzen Sie die Zwiebel nicht nur als schmackhafte Zugabe zu Speisen und als wertvolle Vitaminquelle, sondern testen Sie auch Ihre Heilwirkung bei den genannten Erkrankungen.

Übrigens: Gegenanzeigen für den Verzehr von Zwiebeln gibt es nicht. Allerdings kann die Verwendung gerade frisch geernteter, noch nicht abgelagerter Zwiebeln Blähungen hervorrufen.

Zwiebeln tränenfrei schneiden und gut aufbewahren:

Die schwefelhaltigen Verbindungen und die Substanz Propanthialoxid in der Zwiebel sorgen – neben ihren gesundheitlichen Aspekten – auch dafür, dass unsere Augen beim Zwiebelschneiden sofort tränen.
Mein Tipp: Schneiden Sie Zwiebeln immer bei weit geöffnetem Fenster mit einem sehr scharfen Messer. Atmen Sie dabei durch den Mund oder nehmen Sie einen Schluck Wasser in den Mund. Das mindert den Tränenfluss.

Nicht zu früh schneiden!
Zerkleinern Sie Zwiebeln erst unmittelbar vor dem Gebrauch und lassen Sie sie nicht lange herumstehen. Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Wirkstoffe zersetzen und Ihnen die Zwiebel nicht mehr schmeckt.

Und was tun, wenn Sie nicht die ganze Zwiebel benötigen?
Wenn Sie beim Kochen nur eine halbe Zwiebel benötigen, stellt sich oft die Frage: Was mit der anderen Hälfte machen? Folie drüber? In eine Dose?
Viel einfacher: Reiben Sie die Schnittfläche mit Öl ein und bewahren die Hälfte an einem dunklen und trockenen Ort auf. Dann halten Sie länger. Der Kühlschrank ist ungeeignet, weil die Kälte den Geschmack verändert.

Zwiebel-Menu für Vier:

Zwiebelsuppe im Brottopf

3 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
2 Kartoffeln
1 Liter Rinds- oder Gemüsebrühe
2 EL Zucker
2 EL Mehl
Margarine
Sherry, Balsamico, Sojasauce
Salz, Pfeffer
Thymian, Liebstöckl, Schnittlauch
Brottöpfe beim Bäcker anfertigen lassen oder Single-Brote kaufen

Schneiden Sie Zwiebeln und Knoblauch klein. Die geschälten Kartoffeln schneiden Sie in feine Streifen. Erhitzen Sie die Margarine und geben Sie den Zucker dazu. Karamellisieren Sie den Zucker leicht und geben Sie die Zwiebeln und den Knoblauch dazu. Dämpfen Sie alles ca. 20 Minuten, bis die Zwiebeln goldbraun sind. Dann geben Sie die Brühe hinzu und lassen alles ca. eine ½ Stunde köcheln. Geben Sie einen Schuss Sherry und ein paar Tropfen Sojasauce dazu. Rühren Sie das Mehl mit ein wenig kaltem Wasser an und binden Sie damit die Suppe. Geben Sie zum Abschmecken einen Esslöffel Balsamico dazu und würzen Sie mit Salz, Pfeffer, Liebstöckl und Thymian. Stellen Sie zum Servieren die ausgehöhlten Brottöpfe in Suppenteller, füllen Sie die Zwiebelsuppe ein und bestreuen Sie die Suppe mit Schnittlauch. Zuletzt kann man das aufgeweichte Brot mit der Zwiebelsuppe essen, schmeckt köstlich deftig.

Zwiebelkuchen

1 Päckchen Hefe
500 Gramm Mehl
250 ml Milch
2 Eier
125 Margarine
Salz, Zucker
1 kg Gemüsezwiebeln
200 g Speck
200 g Emmentaler (gerieben).
1 Becher Sahne
Salz, Pfeffer, Muskat

Geben Sie das Mehl in eine Schüssel und machen Sie eine Kuhle ins Mehl. Krümeln Sie die Hefe in die Kuhle. Geben Sie die Hälfte der Milch (leicht angewärmt) hinzu. Streuen Sie darüber einen halben Teelöffel Zucker. Bedecken Sie die Hefe mit Mehl. Legen Sie ein sauberes Handtuch über die Schüssel und stellen Sie diese für ca. 30 Minuten auf die Heizung (bis die Hefe Blasen wirft).

In der Zwischenzeit schälen Sie die Gemüsezwiebeln und schneiden sie in dünne Scheiben. Geben Sie die Zwiebeln in einer Schüssel mit etwas Wasser für ca. zehn Minuten in die Mikrowelle, bis die Zwiebeln glasig sind (geht natürlich auch im Topf).

Wenn die Hefe Blasen wirft, geben Sie die Eier (zimmerwarm), die andere Hälfte der angewärmten Milch und die Margarine (weich) sowie einen halben Teelöffel Salz hinzu. Kneten Sie den Teig gut durch. Stellen Sie den Teig erneut bedeckt mit dem Handtuch auf die Heizung. Lassen Sie ihn ca. 45 Minuten bis eine Stunde ruhen (bis er schön aufgeht). Kneten Sie den Teig erneut durch und rollen Sie ihn auf einem Backblech aus. Lassen Sie den Teig erneut eine Viertelstunde ruhen. Verteilen Sie die glasigen Zwiebeln auf dem Teig. Würzen Sie mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss. Verteilen Sie den Speck und den geriebenen Emmentaler auf den Zwiebeln. Abschließend geben Sie die Sahne darüber. Backen Sie den Zwiebelkuchen bei 220 Grad (Ober- und Unterhitze) für ca. 30 Minuten im Backofen.

Birnen-Zwiebel-Kompott mit Vanilleeis

300 g Birnen
100 g Zwiebeln
3 EL Essig
1 EL Rapsöl
4 Nelken
4 Pimentkörner
65 ml Birnensaft
1 TL Agar-Agar oder Speisestärke
¼ TL Salz
¼ TL Kurkuma
Vanilleeis

Schälen Sie die Zwiebeln und würfeln Sie sie in kleine Stücke. Erhitzen Sie das Öl in einem Topf und dünsten Sie die Zwiebelwürfel darin an. Mörsern Sie die Pimentkörner und die Nelken. Schälen Sie die Birnen, entkernen Sie sie und würfeln Sie sie klein. Dann übergießen Sie die Stücke mit Essig und stellen sie in den Kühlschrank. Geben Sie den Birnensaft mit den Nelken, dem Piment und zu den Zwiebeln. Kochen Sie die Masse kurz auf. Geben Sie auch die Birnenstückchen hinzu und erhitzen Sie die Masse weiter. Sobald sich Saft bildet, nehmen Sie diesen esslöffelweise ab. Lösen Sie darin den Agar-Agar oder die Stärke gut auf. Rühren Sie den gequollenen Agar-Agar (Stärke) und das Salz und Kurkuma gut unter die Masse. Lassen Sie alles weitere zehn Minuten köcheln. Lassen Sie das Kompott ein wenig auskühlen und reichen Sie es mit Vanilleeis als Dessert.

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